Was ist Kaltplasma?
Inhaltsverzeichnis:
Stellen Sie sich vor, Sie liegen in einem Feld, schauen in den Nachthimmel und sehen Sternschnuppen oder Polarlichter. Ihr Leuchten entsteht durch elektrisch aufgeladene Gase – sogenanntes Plasma.
Typischerweise ist Plasma in der Natur sehr heiß. Es gibt jedoch Möglichkeiten, Plasma bei sehr niedrigen Temperaturen (nah an der Körpertemperatur) zu erzeugen, wodurch es für die medizinische Plasmatherapie nutzbar wird.
Warum nennt man Plasma auch den ”vierten Aggregatzustand”?
Interessanter Side-Fact:
Über 99% des sichtbaren Universums bestehen aus Plasma! Es ist der ”Urzustand” der Materie, aus dem unser Sonnensystem und das Leben auf der Erde geboren wurde.
Wie entsteht Kaltplasma (wissenschaftlich betrachtet)?
- Das kalte Plasma resultiert aus der Kombination von physikalischen Effekten: Die Anregung von Atomen und Molekülen führen zur Emission von sichtbarem Licht.
- Aufgrund der Ionisation werden Moleküle gebildet (unter anderem Ozon, Stickoxide, Wasserstoffperoxid), die als wirksame Bestandteile gelten und die Wundheilung fördern können.
- Bei der Rekombination der Bestandteile entstehen für die Wundtherapie hoch wirksame Moleküle wie z.B. reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies, die die natürliche Regenerationsprozesse einer Wunde unterstützen.
Wie revolutioniert Kaltplasma-Therapie die Wundheilung?
Wo Sie ein CPT® Behandlungszentrum in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie hier:
Wie generiert Coldplasmatech Kaltplasma für die Behandlung?
- CPT®cube und
- CPT®patch, erzeugt ein sanft lila leuchtendes, kaltes Plasma.
Die notwendige Energie wird dabei über ein elektrisches Wechselfeld bereitgestellt. Das CPT®patch bildet ein großflächiges sowie hochwirksames Plasmafeld, das sich wie eine schützende Folie über die Wunde legt und sie versiegelt. Als Gasquelle nutzt das CPT®System dabei ganz gewöhnliche Umgebungsluft.
Die CPT® Kaltplasmatherapie wird bereits an über 50 Plasma Kompetenzzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich eingesetzt. Mehr über die Kompetenzzentren erfahren Sie hier.
Häufig gestellte Fragen
Kaltplasma ist ein aktivierter Zustand eines Gases und wird häufig als vierter Aggregatzustand neben fest, flüssig und gasförmig beschrieben. Es wird bei nahezu Körpertemperatur erzeugt und kann deshalb sicher auf Haut und Wunden angewendet werden, ohne thermische Schäden zu verursachen.
Kaltplasma senkt innerhalb weniger Minuten die Keimlast, kann auch multiresistente Erreger reduzieren – und schont bei empfohlenem Einsatz gesundes Gewebe. Es aktiviert Heilungsprozesse, fördert die Ausschüttung von Botenstoffen, verbessert die Mikrozirkulation und hilft dem Körper, sich selbst wieder zu heilen. So kann selbst eine lange bestehende oder infizierte Wunde wieder heilen.
Das mit dem CPT®patch applizierte Kaltplasma kann die Wundheilung auf mehreren Ebenen unterstützen. Durch seine antimikrobielle Wirkung wird die bakterielle Keimlast reduziert, einschließlich multiresistenter Erreger wie MRSA. Gleichzeitig kann es die Mikrozirkulation und die Sauerstoffversorgung des Gewebes positiv beeinflussen und regenerative Prozesse, etwa die Neubildung von Hautzellen, fördern.
Ja. Die Wirkung von Kaltplasma in der Wundbehandlung wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht. Unter anderem zeigt die multizentrische, randomisierte POWER-Studie, dass Patientinnen und Patienten mit chronischen Unterschenkelwunden (Ulcus cruris venosum oder arteriosum) unter CPT® Kaltplasmatherapie im Vergleich zur Standard-Wundtherapie einen signifikant schnelleren Wundverschlussfaktor hatten – mit einem deutlich höheren Heilungsfaktor bereits ab dem zweiten Tag.
Nein. Obwohl beide auf ähnlichen physikalischen Prinzipien beruhen, unterscheiden sie sich deutlich in Anwendung und Zulassung. Medizinisches Kaltplasma ist als Medizinprodukt geprüft und wird gezielt zur Behandlung von Wunden und Infektionen eingesetzt. Kosmetisches Kaltplasma dient vor allem der Hautpflege auf intakter Haut und hat andere Indikationen sowie Sicherheitsanforderungen.
Ja. Medizinisches Kaltplasma gilt in Europa als Medizinprodukt und unterliegt der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Geräte dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie entsprechend ihrer Risikoklasse geprüft und zugelassen sind. Dabei werden unter anderem Sicherheit, klinische Wirksamkeit und der vorgesehene medizinische Nutzen bewertet. Die CPT® Kaltplasmatechnologie ist als Medizinprodukt der Klasse IIb zugelassen und darf für die Behandlung von sekundär heilenden Wunden eingesetzt werden – also Wunden, die nicht primär verschlossen werden können, sondern offen heilen müssen, wie z. B. großflächige Gewebedefekte.
Die CPT® Kaltplasmatherapie eignet sich besonders für chronische und infizierte Wunden (z. B. diabetischer Fuß oder Dekubitus), bei Wundheilungsstörungen sowie zur Keimreduktion – auch bei antibiotikaresistenten Erregern wie MRSA. CPT® Kaltplasma kann auch während einer Operation angewendet werden. Die Anwendung ist unabhängig von der Wundtiefe und eignet sich auch für großflächige Wunden.
Nein. Die Kaltplasmatherapie ersetzt nicht den etablierten Standard der Wundversorgung, sondern wird als ergänzende (Add-on-)Therapie eingesetzt. Sie unterstützt den bestehenden Behandlungsprozess, z. B. durch Keimreduktion und Förderung der Wundheilung, ist jedoch kein Ersatz für Maßnahmen wie Débridement, geeignete Wundauflagen oder die Behandlung der Grunderkrankung.
Ja. Insbesondere in Kombination mit einem sterilen Beutel können auch großflächige Wunden standardisiert und in kurzer Zeit behandelt werden. Eine CPT® Kaltplasmabehandlung dauert 2 Minuten und sollte in kurzen Intervallen angewendet werden.